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Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek
Besondere Erwerbungen der Handschriftenabteilung

 

Hinrich Kruse

Übernahme des Nachlasses von Hinrich Kruse (1916-1994)

Der Handschriftenabteilung ist es gelungen, den  literarischen Nachlass des niederdeutschen Dichters Hinrich Kruse als Schenkung von dessen Erben zu übernehmen. Hinrich Kruse, in Toftlund geboren und zuletzt in Braak bei Neumünster ansässig, gilt als bedeutendster Autor niederdeutscher Literatur des 20. Jahrhunderts.  Als Verfasser von Gedichten und Kurzgeschichten, Hörspielautor und Herausgeber von Volksgeschichten gelang ihm ein für die niederdeutsche Dichtung seltener Brückenschlag zwischen Traditionalismus und Zeitkritik. Kruse wurde u.a. mit dem Quickborn-Preis, dem Fritz-Reuter-Preis und der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

Der Nachlass Hinrich Kruse ist mit seinen Werkmanuskripten, Briefen, Fotos und persönlichen Dokumenten für die Handschriftenabteilung der Landesbibliothek in ihrer Funktion als zentrales Literaturarchiv für Schleswig-Holstein ein großer Gewinn. Insbesondere stärkt er ihre Bedeutung als wichtiges Quellenarchiv einer 200-jährigen niederdeutschen Literaturtradition.

„Das Volk ist nie so unkritisch-tümlich gewesen, wie vielfach angenommen…“
Hinrich Kruse

 

 

 „Allerliebst ist der ‘kleine Hävelmann’, wenn er auch jetzt nicht eben allzusehr an sein Urbild, den Hünen und Referendar Ernst Storm erinnert…“
STORM, Theodor, 1817–1888. Br. eigh. m.U., Husum 4.XI.1877. 3 1⁄4 S.
Der sich im Bestand der Landesbibliothek befindliche Nachlass Theodor Storms konnte um einen Brief des Husumer Dichters vom 4.11.1877  an eine „würdige“ Schülerin des Scherenschnitt-Künstlers Paul Konewka aus Greifswald ergänzt werden. Die Künstlerin hatte ihm einige Schattenriss-Entwürfe zu seinen Werken geschickt, zu denen er sich in seinem freundschaftlichen Schreiben größtenteils wohlwollend, doch teils auch kritisch äußert.

 

09.06.2017